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Mundhygiene zu Hause

Die richtige Zahnpflege zur Vorbeugung von Karies und Zahnfleischbluten

Die richtige Mundhygiene ist das A und O für nachhaltig gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch.

Mit der richtigen Methode sind 2x täglich 2-3 Minuten Zähneputzen nach dem Essen ausreichend, um den bakterienhaltigen Biofilm (Zahnbeläge, Plaque) auf den Zähnen zu entfernen. Mehr oder längeres Zähneputzen hilft hier nicht unbedingt „mehr“, denn ein zu häufiges und aggressives Zähneputzen kann zu nicht kariesbedingten Zahnschäden (Abrasionen oder Erasionen) und Verletzungen des Zahnfleisches führen.

Wichtiger sind hingegen die richtige Putztechnik und die passenden Hilfsmittel wie Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnseide oder Interdentalbürsten und Mundspülllösungen.

Allgemeine Zahnreinigung und Zahnpflege

Zweimal am Tag sollten die Zahnbeläge auf den Zähne 2-3 Minuten mit einer Zahnbürste mit weichen bis mittelharten und gerundeten Borsten (elektrisch oder per Hand) mit kreisenden Bewegungen an allen Stellen entfernt werden. Die Zahnpasta sollte Fluorid enthalten und im Anschluss ausgespuckt, aber nicht gründlich ausgespült werden, damit die Fluoride nachwirken können.

Ergänzend ist der Gebrauch von Zahnseide oder Interdentalbürsten für die Zahnzwischenräume vor dem Zähneputzen zur empfehlen, vorn dort aus viele Zahnfleischerkrankungen ihren Ursprung nehmen und dieser Bereich besonders kariesanfällig ist.

Aggressive Zahnpasten, die „Weissmacher“ enthalten um Verfärbungen zu beseitigen sind eher nicht empfehlenswert. Gönnen Sie sich bei starken Zahnverfärbungen lieber ein- bis zweimal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung (PZR) bei unserem Prophylaxeteam. Hier werden Beläge zahnschonend entfernt!

Kinderzähne richtig putzen

Kinderzähne sollten ab dem ersten Zahn mindestens einmal täglich mit einer weichen, angefeuchteten Bürste oder einem Wattestäbchen mit einem erbsengroßen Stückchen Kinderzahnpasta geputzt werden. Spätestens, wenn Ihr Kind zwei Jahre alt ist, sollte dies zweimal täglich erfolgen.

Ungefähr mit drei Jahren kann Ihr Kind dann selbst mit der Zahnpflege beginnen. Unter Ihrer Anleitung lernt es stufenweise, die Zähne ringsum sauber zu halten:

1. Die Kauflächen werden geputzt.

2. Es werden mit aufeinander stehenden Zähnen Kreise auf die Außenseiten der Zahnreihen „gemalt“

3. Die Innenseiten der Zähne werden „ausgefegt“.

Lassen Sie Ihrem Kind Zeit, das Putzen zu üben. Nicht die Gründlichkeit ist anfangs entscheidend, sondern dass das Kind versteht, weshalb und wie Zähne geputzt werden. Kindern haben auch oft Freude an einer „Putzuhr“ und lernen damit spielerisch wie lange Zähneputzen dauern sollte.

Erst mit Beginn der Schulzeit wird Ihr Kind sich systematisch die Zähne putzen können. Bis dahin müssen Sie kontrollieren und täglich nachputzen, am besten abends vor dem Schlafengehen. Auch in den ersten Schuljahren empfiehlt sich die regelmäßige Kontrolle der Zähne. Besondere Aufmerksamkeit gehört den so genannten 6-Jahr-Molaren. Dies sind die ersten bleibenden Backenzähne, die wegen ihrer Rillen in den Kauflächen besonders kariesgefährdet sind.

Mundhygiene in der Schwangerschaft

Alte Volksweisheiten, wie "Jedes Kind kostet die Mutter einen Zahn" stimmen zwar nicht ganz, jedoch liegt in Ihnen ein Funken Wahrheit. In der Schwangerschaft sind Zähne und Zahnfleisch durch den Einfluss der Hormone und der insgesamt stärkeren Durchblutung besonders anfällig, viele Schwangere leiden dadurch ab und zu unter Zahnfleischbluten. Durch eine besonders sorgfältige und regelmäßige Pflege lassen sich Beschwerden jedoch weitestgehend vermeiden.

Im ersten Trimester der Schwangerschaft das Zähneputzen häufig einen Brechreiz aus. Betroffene Frauen sollten trotzdem behutsam reinigen, am besten nach dem Essen und nicht mit leerem Magen. Eine Zahnbürste mit kleinem Kopf kann dabei helfen.

Auch greift bei häufigem Erbrechen die Magensäure den Zahnschmelz an. Es empfiehlt sich direkt nach dem Erbrechen den Mund mit Wasser ausspülen und ca. eine halbe Stunde später die Zähne zu putzen.

Umfangreiche und absehbare Zahnbehandlungen sollten nach Möglichkeit vor oder nach der Schwangerschaft oder nach der Entbindung durchgeführt werden, um die Belastung für das ungeborene Kind so gering wie möglich zu halten.

Zahnpflege im höheren Alter

Wer im höheren Alter noch seine eigenen Zähne besitzt kann sich glücklich schätzen.

Zähne und Zahnfleisch werden aber ab ca. 60 Jahren deutliche empfindlicher und es kann bei mangelnder Mundhygiene deutlich schneller zu Karies und Zahnfleischentzündungen (Parodontitis) kommen als bei jüngeren Menschen.

Entzündungen im Mundbereich erhöhen zudem bewiesenermaßen das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Es empfiehlt sich daher auch bei einer guten häuslichen Mundhygiene regelmäßig eine professionelle Zahnreinigung (PZR) durchführen und die Zähne und Zahnfleisch zahnärztlich kontrollieren zu lassen.

Zahnfleischbluten und Parodontitis

Bei einer bestehenden Zahnfleisch-Erkrankung (Parodontitis) sollte die Zahnpflege sehr sorgfältig und am bestens mit einer weichen Zahnbürste durchgeführt werden. Interdentalbürsten in verschiedenen Größen und/oder Zahnseide ergänzen dies genauso wie spezielle Mundspüllösungen idealerweise.

Auch ist eine noch regelmäßigere professionelle Zahnreinigung (PZR) angebracht und hilfreich.

Grundsätzlich sollte die häusliche Mundpflege im Rahmen der Parodontitis-Behandlung individuell auf Sie abgestimmt werden!

Bei Dr. Kraus und Kollegen erhalten Sie hierzu eine genaue Empfehlung im Rahmen ihres individuellen Prophylaxe-Programms.

Pflegehinweise für Zahnimplantatträger

Bei sorgfältiger Pflege können Zahnimplantate einen Leben lang halten. Besonders wichtig ist hier die Pflege des Zahnimplantathalses – also des Übergangs von der Mundhöhle in den Kieferknochen. Eindringende Bakterien könnten sonst zu einer Entzündung des Zahnimplantatbetts (Periimplantitis) und im schlimmsten Fall zum Verlust des Implantats führen.

Auch bei Zahnimplantaten gilt täglich 2-3 Minuten Zähne putzen, um den Zahnbelag auf allen Zahn- und Implantatoberflächen zu entfernen. Die Zwischenräume zwischen Zähnen und Implantaten sollte mit Interdentalbürsten oder Zahnseide vorab gereinigt werden (siehe auch Implantologie).

Ergänzt sollte dies zwei bis vier Mal jährlich mit einer an Implantatpatienten angepassten Professionellen Zahnreinigng (PZR). Mit spezielle Instrumenten werden hierbei Zähne und die zugänglichen Teile der Zahnimplantate von Zahnbeläge befreit.

Bei Dr. Kraus und Kollegen werden Implantatpatienten nach der Zahnimplantation in die Pflege der Zahnimplantate individuell eingewiesen und erhalten einen auf sie abgestimmten Prophylaxeplan.

Träger von herausnehmbaren Prothesen

Eine Zahnprothese muss regelmäßig gründlich gereinigt werden, denn auch auf und unter dem Zahnersatz siedeln sich Bakterien an, die zu Entzündungen und Parodontitis führen können.

Im Idealfall sollte die Prothese nach jeder Mahlzeit kurz herausgenommen und mit klarem Wasser abgespült werden um Essensreste zu entfernen.

Jeweils morgens und abends sollte man die Prothese von allen Seiten mit einer Zahnbürste – aber ohne Zahnpasta oder andere Reinigungszusätze, die das Material der Zahnprothese angreifen – und lauwarmen Wasser gründlich gereinigt werden.

Zusätzlich können Sie die Prothese in Wasser legen und eine spezielle Reinigungstablette dazugeben, um hartnäckige Verschmutzungen und Beläge zu lösen. Sie ersetzen aber nicht die normale Pflege mit einer Zahnbürste.

Tipps für "Empfindliche Zähne"

Leiden Sie unter schmerzempfindlichen Zähnen, sollten Sie zunächst die Ursachen abklären. Manchmal werden diese durch freiliegende Zahnhälse durch Zahnfleischschwund, Parodontitis oder anderen Defekte verursacht und erfordern eine zahnärztliche Behandlung.

Sind Zähne und Zahnfleisch gesund, sollten Sie spezielle Zahnpasten oder Mundspüllösungen verwenden. Diese sind häufig mit dem Zusatz „sensitiv“ versehen und enthalten härtende Substanzen wie Strontium, Kalzium, Arginin oder Aminfluorid. Diese Substanzen lagern sich am Zahn ab und bilden Verbindungen, die die sogenannten Dentinkanälchen verschließen und die Zähne damit quasi „abhärten“

Zahnpflege für unterwegs

Nicht überall hat man die Möglichkeit, Zähne zu putzen. Aushilfsweise hilft es, den Mund gründlich mit Wasser auszuspülen und auf einen zuckerfreien Zahnpflegekaugummi zurückzugreifen, der den Speichelfluss anregt und zur Selbstreinigung von Zähnen beiträgt.