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Parodontitis: Ursachen und Symptome

Die Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparates (oder Zahnbettes). Sie entsteht in der Regel aus einer „einfachen“ Zahnfleischentzündung (Gingivitis), geht aber darüber hinaus und betrifft neben dem Zahnfleisch auch die weiteren Bestandteile des Zahnhalteapparates. Im fortgeschrittenen Stadium kann sie den Kieferknochen schädigen und der Zahn kann seinen Halt im Kieferknochen verlieren. Er lockert sich und muss eventuell gezogen werden.

Ursache der Parodontitis sind bakterielle Zahnbeläge. Außerdem ist es wahrscheinlich, dass eine erbliche Veranlagung zu einer verstärkten Entzündungsreaktion des Immunsystems für die Entstehung der Entzündung mitentscheidend ist. Sie wird außerdem durch Risikofaktoren wie Rauchen, Stress, Diabetes und hormonelle Umstellungen gefördert.

Symptome der Parodontitis sind häufiges Zahnfleischbluten, gerötetes, angeschwollenes Zahnfleisch und ein unangenehmer Geschmack im Mund. Oft treten jedoch keine der genannten Symptome oder Schmerzen auf. Daher wird eine Parodontitis häufig über lange Zeit hinweg nicht bemerkt.

Ziel der Behandlung ist es, die Entzündung zu stoppen, betroffene Zähne zu erhalten und ein Ausweiten auf andere Zähne zu verhindern.

Was ist eine Parodontitis?

Die Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparates (auch Zahnbett oder fachsprachlich Parodontium) und wird durch Bakterien in Zahnbelägen hervorgerufen.

Der Halteapparat gibt dem Zahn sicheren Halt im Kiefer und besteht aus:

  • dem Zahnfleisch (Gingiva)
  • dem Zahnzement (der äußeren Schicht der Zahnwurzel)
  • der Wurzelhaut (Desmodont) mit elastischen Bindegewebsfasern und
  • dem Kieferknochen (Alveolarknochen).

Im Gegensatz zu einer einfachen Zahnfleischentzündung sind bei der Parodontitis auch die tiefer liegenden Bestandteile des Zahnhalteapparates betroffen. Im späteren Verlauf kann der Kieferknochen geschädigt werden. Der Zahn kann seinen Halt verlieren und ist gefährdet, obwohl er selbst möglicherweise völlig gesund ist.

Darüber hinaus gilt es nach heutigem Stand der Wissenschaft als gesichert, dass die Parodontitis Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes auslösen oder verstärken und sogar Schwangerschaften negativ beeinflussen kann. Bakterien und ihre Stoffwechselprodukte können über den Mund in die Blutbahn gelangen und sich im Körper verteilen.

Eine Parodontitis kann bei einzelnen, mehreren Zähnen nebeneinander oder bei nahezu allen Zähnen auftreten. Weiterhin unterscheidet man verschiedene Formen der Entzündung.

Parodontitis oder Parodontose?

Die Parodontitis wird oft als Parodontose bezeichnet. Es handelt sich jedoch um zwei unterschiedliche Problemstellungen. Während die Parodontitis eine entzündliche bakterielle Erkrankung ist, bezeichnet der Begriff Parodontose einen nichtentzündlichen Zahnfleischrückgang. Dieser tritt meist ab dem mittleren Lebensalter auf und kann erblich veranlagt sein. Heute wird anstelle des Begriffs Parodontose allerdings vorzugsweise die Bezeichnung Zahnfleisch-Rezession(en) verwendet.

Mehr Informationen zu Zahnfleisch-Rezession(en) - Ursachen für Parodontitis

Die Ursache der Parodontitis wie auch für „einfache“ Zahnfleischentzündungen sind Bakterien in Zahnbelägen (Plaque).

Für beide Erkrankungen sind jeweils bestimmte Bakterienarten verantwortlich. Bei der Parodontitis sind es etwa zehn Arten, darunter das Bakterium Aggregatibacter actinomycetemcomitans.

Weil diese Bakterienarten jedoch bei sehr vielen Menschen vorhanden sind, ohne dass eine Parodontitis entsteht, ist es wahrscheinlich, dass außerdem eine erbliche Veranlagung zu einer verstärkten Entzündungsreaktion des Immunsystems eine wichtige Rolle bei der Entstehung spielt.

Der Ausgangspunkt für Entzündungen ist vor allem der Zahnfleischrand. In diesem Bereich liegt das Zahnfleisch am Zahn an und bildet eine kleine Furche, den so genannten Sulkus. Bakterielle Zahnbeläge lagern sich in diesem Bereich leichter an als an anderen Stellen und können sich dauerhaft dort halten, wenn sie nicht täglich sorgfältig entfernt werden.

Die Entzündung selbst ist eine Abwehrreaktion des Körpers gegen Bakterien und die von ihnen produzierten Giftstoffe (Toxine). Das Immunsystem wird aktiviert und bewirkt unter anderem folgende Vorgänge:

Das Zahnfleisch wird stärker durchblutet und erwärmt. Es sieht nun dunkler und rötlicher aus (gesundes Zahnfleisch erscheint hellrosa).

Um die bakterielle Infektion zu bekämpfen, wandern körpereigene Entzündungszellen (Lymphozyten, usw.) in das Zahnfleisch ein. Das führt oft zu einer Schwellung und zu Schmerzen. Weiterhin wird das Zellgewebe geschädigt, dadurch ist entzündetes Zahnfleisch an dieser Stelle weicher als gesundes.

Einfache Zahnfleischentzündungen treten relativ häufig auf und sind meist leicht zu behandeln oder klingen nach wenigen Tagen von selbst wieder ab. Wenn die auslösenden Entzündungsreize (Bakterien in den Belägen) über längere Zeit vorhanden sind, bleibt eine Entzündung jedoch bestehen.

Im weiteren Verlauf werden dann neben dem Zahnfleisch auch tiefere Bereiche des Halteapparates geschädigt. Dabei geht die Verbindung (englisch: Attachment) von Zahn und Zahnfleisch verloren. Aus der kleinen Furche entsteht ein tieferer Spalt, eine so genannte Zahnfleischtasche. Aus der anfänglichen Zahnfleischentzündung hat sich eine Parodontitis entwickelt.

Dieser Prozess schreitet fort: Die Zahnfleischtaschen können bei der täglichen Mundpflege nicht mehr vollständig gereinigt werden, weil Zahnbürste und Zahnseide nicht hineinreichen. Bakterien, Beläge und bakterielle Abbauprodukte sammeln sich weiter an. Es entstehen tiefere Taschen und noch stärkere Gewebeschädigungen.

Neben diesen eigentlichen Auslösern einer Parodontitis gibt es mehrere Risikofaktoren, die die Entstehung und das Voranschreiten der Entzündung fördern. Dazu gehören unter anderem:

  • Rauchen
  • Stress
  • Alkoholgenuss
  • Ernährungsmängel (z. B. Mangel an Vitamin C und anderen antioxidativ wirkenden Substanzen)
  • Empfindlichkeit des Zahnfleisches während der Schwangerschaft (Schwangerschaftsgingivitis)
  • Erkrankungen, die die Immunabwehr schwächen (Diabetes, Herpes, etc.)
  • Hormonelle Faktoren wie die Pubertät und der Menstruationszyklus
  • Bestimmte Medikamente

Symptome einer Parodontitis

Zu Beginn wie auch im weiteren Verlauf der Parodontitis treten oft keine Schmerzen oder andere eindeutige Beschwerden auf. Daher wird die Entzündung von vielen Patienten über lange Zeit hinweg nicht bemerkt.

Häufiges Zahnfleischbluten, ein unangenehmer Geschmack im Mund, Mundgeruch, eine Zahnlockerung sind jedoch mögliche Anzeichen einer Parodontitis. Weitere Symptome einer Parodontitis sowie einer einfachen Zahnfleischentzündung (Gingivitis) können gerötetes, angeschwollenes und berührungsempfindliches Zahnfleisch sein. Schmerzen beim Aufbeißen und „dumpfe“ Schmerzen im Kieferknochen können auftreten, müssen aber nicht in jedem Fall Anzeichen für eine (bereits fortgeschrittene) Parodontitis sein.

Bei Rauchern sind Symptome insgesamt geringer ausgeprägt. Daher ist bei ihnen die Gefahr größer, dass die chronische Entzündung nicht bemerkt wird.

Diagnose einer Parodontitis

Auffällige Symptome der Parodontitis wie gerötetes Zahnfleisch lassen sich oft bereits durch eine zahnärztliche Untersuchung mit bloßem Auge erkennen.

In manchen Fällen erscheint das Zahnfleisch jedoch trotz einer vorhandenen Parodontitis gesund. Die wichtigste Untersuchungsmethode ist daher das so genannte Sondieren: Mit Hilfe einer Sonde –  einem feinen Handinstrument mit Millimeterskala und abgerundeter Spitze – kann das Vorhandensein und die Tiefe von Zahnfleischtaschen festgestellt werden. Dabei wird die Sonde an mehreren Stellen zwischen Zahn und Zahnfleisch geführt und die Tiefe einer eventuell vorhandenen Tasche an der Skala abgelesen.

Werden dabei Werte von mehr als etwa 3 bis 4 mm festgestellt, deutet dies auf eine Parodontitis hin. Kommt es beim Sondieren zu einer Blutung oder tritt Eiter an den betreffenden Stellen aus, kann dafür eine einfache Zahnfleischentzündung oder eine Parodontitis verantwortlich sein.

Ermittlung von bestimmten Kennwerten (Indices)

Um den Gesundheitszustand des Zahnhalteapparates zu beschreiben und die Behandlungsnotwendigkeit festzustellen, können bei Bedarf zusätzlich verschiedene Kennwerte ermittelt werden.

Parodontaler Screening-Index (PSI)

Hier wird die Zahnfleischtaschentiefe an festgelegten Messpunkten in der direkten Umgebung des Zahnes gemessen. Aus der Untersuchung ergibt sich ein so genannter „Code“ von 0 bis 4. Ein Wert von 0 bedeutet, dass das Zahnfleisch und der Zahnhalteapparat gesund sind. Die Werte 3 und 4 weisen auf eine mittlere bzw. schwere Parodontitis hin, die einer Behandlung bedarf.

Sulcus-Blutungs-Index (SBI)

Entzündetes Zahnfleisch reagiert auf vorsichtiges Berühren mit einer Sonde durch eine (leichte) Blutung. Mithilfe des Sulcus-Blutungs-Indexes (SBI) wird die Blutungsneigung des Zahnfleisches beschrieben und dazu in 6 Stufen unterteilt. Zusätzlich wird die Schwellung und Rötung des Zahnfleisches beurteilt.

Papillen-Blutungs-Index (PBI)

Bei diesem Indexwert wird das Auftreten einer Blutung im Bereich der Interdentalpapille (Zahnfleisch im Zahnzwischenraum) gemessen und in fünf Stufen von 0 bis 4 eingeteilt.

Röntgen

Eventuelle Knochenschädigungen bzw. ein Rückgang des Kieferknochenkamms sowie teilweise auch die Ausbildung von Zahnfleischtaschen können durch Röntgen-Einzelaufnahmen oder Übersichtsaufnahmen des gesamten Gebisses erkannt werden. Daher wird die Untersuchung oft durch das Röntgen ergänzt.

Weitere Diagnosemethoden

  • Messung der Zahnbeweglichkeit
  • Parodontitis-Risikotest (Gentest)

Behandlung von Parodontitis

In der Regel kann eine Parodontitis durch eine systematische Behandlung zum Stillstand gebracht werden. Ihr Ziel ist es, den oder die betroffenen Zähne auf Dauer zu erhalten. Dazu gehört es, die Ausbreitung der Entzündung in tiefere Bereiche des Zahnhalteapparates zu verhindern und die Tiefe der entstandenen Zahnfleischtaschen zu verringern.

Generell werden bei der Behandlung bakterielle Beläge, Ablagerungen in den Zahnfleischtaschen und eventuell geschädigtes Zahnfleischgewebe entfernt.

Dazu kann die Therapie je nach Grad der Entzündung mehrere Schritte umfassen. Die „offene“, das heißt chirurgische, Behandlung ist beispielsweise nur bei einer stärker fortgeschrittenen Parodontitis erforderlich. Zur ergänzenden Behandlung stehen darüber hinaus weitere Maßnahmen zur Verfügung.

Die Behandlungsschritte:

1. Hygienephase (Initialphase)

Bei Entzündungen im Anfangsstadium, reichen meist eine verbesserte Mundhygiene des Patienten und eine oder mehrere professionelle Zahnreinigungen [LINK] in individuell festgelegten Zeitabständen aus. Dabei werden weiche (bakterielle) Beläge und Auflagerungen von den Zahnoberflächen und am Zahnfleischrand entfernt. Die Politur und Fluoridierung der Zahnoberflächen schließen sich an.

Bereits nach dieser Phase gehen die Tiefe der Zahnfleischtaschen und der Entzündungsgrad meist zurück. Weiterhin wird eine eventuell nachfolgende Behandlung wirkungsvoller.

Diese Vorbehandlung wird je nach Bedarf einmalig durchgeführt oder wiederholt. Ziel ist es, die Bakterienzahl an den erkrankten Stellen deutlich zu reduzieren.

2. Geschlossene Behandlung (geschlossene Kürettage)

Wenn die Parodontitis noch nicht weit fortgeschritten und die Tiefe der Taschen gering ist, kann eine so genannte geschlossene Behandlung erfolgen.

Dabei werden bakterielle Beläge, Zahnstein und andere Ablagerungen oberhalb und unterhalb des Zahnfleischrandes manuell mit feinen Handinstrumenten (Scaler und Kürette), bei Bedarf zusätzlich mit Ultraschallinstrumenten, entfernt. Außerdem werden die Wurzel- und Zahnhalsoberflächen geglättet. Falls nötig, wird dazu das Zahnfleisch ein wenig vom Zahnhals abgehoben.

3. Offene Behandlung (offene Kürettage)

Bei Zahnfleischtaschen ab einer Tiefe von etwa 5 bis 6 mm und dann, wenn die oben genannte geschlossene Behandlung nicht zum gewünschten Erfolg geführt hat, kann eine so genannte offene Behandlung durchgeführt werden. Dieser Eingriff wird auch als „Lappen-OP“ bezeichnet.

Dabei wird ein Teil der Zahnwurzel im Bereich der Tasche durch einen kleinen Schnitt im Zahnfleisch freigelegt, um die erkrankten Bereiche leichter zugänglich zu machen. Die Zahnhals- und -wurzelbereiche werden gereinigt, geglättet und erkranktes Zahnfleischgewebe entfernt. Anschließend wird das Zahnfleisch an den Zahn angelegt und, falls nötig, mit Hilfe einer feinen Naht geschlossen.

Ziel der Behandlung ist unter anderem eine möglichst gute Wiederanhaftung des Zahnfleisches an den Zahn (Attachment) und die Verringerung der Zahnfleischtaschentiefe.

Ergänzende Maßnahmen:

Antibakterielle Therapie

Bei Bedarf kann die Parodontitistherapie durch den Einsatz antibakterieller Wirkstoffe ergänzt werden. Diese werden zum Beispiel mithilfe eines Gels in die Zahnfleischtaschen gegeben.

Das Ziel ist es, die parodontitisauslösenden Bakterien aus den Zahnfleischtaschen und der Mundhöhle zu entfernen. Sie kann ergänzend eingesetzt werden, wenn die Parodontitis besonders ausgeprägt ist.

Ultraschallunterstützte Behandlung

Je nach individuellem Befund können bakterielle Beläge und harte Ablagerungen auf den Oberflächen der Zahnhälse und -wurzeln ergänzend oder ausschließlich mit Ultraschallgeräten entfernt werden. Diese besitzen feine Arbeitsspitzen, die mit mehr als 16.000 Schwingungen pro Minute vibrieren und die bakteriellen Beläge sowie Ablagerungen auf den Wurzeloberflächen schonend entfernen.

Parodontitisrisiko-Tests

In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, die in Zahnfleischtaschen vorhandenen Bakterienarten mithilfe eines mikrobiologischen Tests zu bestimmen. Das Ergebnis wird zum Beispiel bei hartnäckigeren Entzündungen dazu genutzt, die Bakterien anschließend mit einer gezielten antibakteriellen Therapie abzutöten.
Wiederaufbau des Zahnhalteapparates (regenerative Therapie)

Eine fortgeschrittene Parodontitis kann tiefer liegende Zahnhaltegewebe wie die die Zahnwurzel umgebende Wurzelhaut und den Kieferknochen schädigen und damit den betroffenen Zahn in seinem Zahnfach lockern. Um ihn wieder zu stabilisieren, kann der Zahnhalteapparat oft mit regenerativen Maßnahmen wieder aufgebaut werden.

Verlorengegangener Kieferknochen kann mit einem entsprechenden Knochenaufbau wieder ergänzt werden, „weiche“ Zahnhaltegewebe durch regenerative Maßnahmen wie die gesteuerte Geweberegeneration.

Knochenaufbau durch gesteuerte Knochenregeneration (Guided Bone Regeneration, GBR)

Diese ähnelt dem Knochenaufbau in der Implantologie. Die fehlende Kieferknochensubstanz wird mit körpereigenem Knochen oder Ersatzmaterial aufgefüllt und mit einer Membran abgedeckt. Die Membran verhindert, dass Zahnfleisch von der Oberfläche her einwächst und den Zahn bindegewebsartig umschließt. Unter der Membran können sich die langsamer wachsenden Fasern in der Wurzelhaut bilden, die für einen „gesunden“ Zahnhalteapparat wichtig sind. Die Membran wird vom Körper selbsttätig abgebaut, ein Entfernen ist nicht nötig.

Die eingefügte Knochensubstanz regt den Körper an, neuen Knochen zu bilden. Dieser ersetzt das eingefügte Material nach und nach. Meist wird dabei eine Mischung aus körpereigenem Knochen und Ersatzmaterial verwendet.

Gesteuerte Geweberegeneration (Guided Tissue Regeneration, GTR)

Neuere Entwicklungen ermöglichen es, den Aufbau der „weichen“ Zahnhaltegewebe (elastische Fasern in der Wurzelhaut, usw.) gezielt zu fördern. Dazu werden die Eigenschaften von speziellen Wachstumsenzymen („Schmelzmatrixproteine“) genutzt, die bei der Zahnentwicklung im Mutterleib eine Rolle spielen.

Diese werden mithilfe eines Gels auf die geschädigten Bereiche des Zahnhalteapparates aufgetragen und wie bei der Knochenregeneration mit einer Kollagenmembran abgedeckt. Die Enzyme regen die Neubildung von Zahnhaltegewebe an.

Nachsorge bei einer Parodontitis

Die Parodontitis ist zwar nicht vollständig heilbar, kann jedoch in aller Regel gut zum Stillstand gebracht werden. Dazu ist nach der eigentlichen Parodontitisbehandlung eine intensive Nachsorge notwendig. Sie kann ein Voranschreiten der Entzündung aufhalten und trägt zum langfristigen Erhalt der Zähne bei.

Die zahnärztliche Betreuung in Form regelmäßiger Kontrollen und professioneller Zahnreinigungen sind dabei von großer Bedeutung. Dadurch wird ein eventuelles Fortschreiten der Erkrankung frühzeitig erkannt und ein rechtzeitiges Eingreifen ermöglicht. Röntgenaufnahmen werden bei Bedarf angefertigt und dienen dazu, den Zustand von Zahnfleisch und Kieferknochen zu beurteilen.

Neben der zahnärztlichen Nachsorge ist die gründliche Mund- und Zahnhygiene zu Hause wichtig.

Vorbeugung vor Parodontitis

Einer Parodontitis kann mit einer Reihe eigener und zahnärztlicher Maßnahmen vorgebeugt werden.

1. Sorgfältige Mundpflege

Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung gegen eine Parodontitis ist die eigene sorgfältige Mundpflege.

Je gründlicher bakterielle Zahnbeläge entfernt werden, desto weniger Bakterien können sich auf den Zahnoberflächen und am Zahnfleischrand, dem Entstehungsort der Parodontitis, dauerhaft halten und zu Entzündungen führen. Schwer zugängliche Stellen wie die Zahnzwischenräume sind besonders gefährdet und mit zusätzlichen Hilfsmitteln wie Zahnseide und Interdentalbürstchen besser zu erreichen.

Auch dann, wenn bereits eine Parodontitis festgestellt wurde, kann mit der eigenen sorgfältigen Pflege und der Wahrnehmung regelmäßiger Kontrollen dem weiteren Ausbreiten vorgebeugt werden.

2. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen

Die Parodontitis wird von Patienten oft nicht bemerkt, weil Symptome wie Zahnfleischbluten oder Schmerzen nicht immer auftreten oder nicht eindeutig sind. Daher haben die empfohlenen halbjährlichen Vorsorgeuntersuchungen eine wichtige Bedeutung.

Dabei werden Zähne und Zahnfleisch gründlich untersucht. Bei eventuellen ersten Anzeichen einer Parodontitis, kann man in dieser frühen Phase oft schon mit Maßnahmen wie professionellen Zahnreinigungen und einer optimierten Mundpflege ein Ausbreiten der Entzündung verhindern.

Je früher Zahnfleischentzündungen und Anfangsstadien der Parodontitis erkannt werden, desto einfacher können diese Maßnahmen sein.

3. Professionelle Zahnreinigungen

Generell sind in regelmäßigen Abständen professionelle Zahnreinigungen (PZR) zu empfehlen. Dabei werden bakterielle Beläge und harte Beläge wie Zahnstein auf den Zahnoberflächen und in den Zahnzwischenräumen entfernt. Gleichzeitig wird damit die Bakterienzahl im gesamten Mund sowie das Risiko zur Entstehung von Entzündungen verringert. Anschließend werden die Zähne poliert und geglättet sowie mit einem Fluoridgel oder -lack remineralisiert.

Bei gesunden Zähnen und Zahnfleisch sind etwa zwei professionelle Zahnreinigungen im Jahr zu empfehlen. Bei Patienten mit einer Parodontitis sind kürzere Zeitabstände sinnvoll. Diese werden individuell auf jeden Patienten abgestimmt.

4. Rauchen weitgehend einschränken bzw. ganz aufgeben

Rauchen führt zu einer schlechteren Durchblutung des Zahnfleisches und verändert die Mundflora. Es ist damit ein bedeutender Risikofaktor für Erkrankungen des Zahnhalteapparates und jede Form von Entzündungen.

Ein Verzicht auf das Rauchen senkt das Risiko, dass sich eine Parodontitis entwickelt und kann bei einer bereits bestehenden Entzündung ein weiteres Fortschreiten verhindern. Zudem wird die Behandlung erleichtert. 

5. Symptome aufmerksam verfolgen und abklären lassen

Symptome, die auf eine Parodontitis deuten, sollten ernst genommen und durch eine zahnärztliche Kontrolluntersuchung abgeklärt werden.

6. Parodontitisrisiko-Tests (Gentests)

Mithilfe von Gentests kann untersucht werden, ob bei einem Patienten eine erbliche (genetische) Veranlagung und damit ein erhöhtes Risiko zur Entstehung einer Parodontitis gegeben ist.

Die Ergebnisse des Tests können dazu dienen, die Vorsorge individuell auf den Patienten abzustimmen, zum Beispiel mit häufigeren Kontrollterminen, Zahnfleischtaschenmessung und professionellen Zahnreinigungen.

Häufig gestellte Fragen - FAQ:

Erkenne ich selbst, ob bei mir eine Parodontitis vorliegt?

Anzeichen für eine Parodontitis können häufigeres Zahnfleischbluten, rotes, geschwollenes Zahnfleisch, ein unangenehmer Geschmack im Mund und Mundgeruch, Zahnlockerung sowie Schmerzen beim Aufbeißen sein. Diese Symptome treten jedoch nicht immer auf oder sind nicht in jedem Fall eindeutig. Von den meisten betroffenen Patienten wird die Parodontitis deshalb nicht erkannt. Die beste Möglichkeit, eine Parodontitis eindeutig festzustellen, ist eine zahnärztliche Untersuchung.

Worauf muss ich nach der Behandlung achten?

Die Parodontitis ist eine chronische Entzündung. Mit einer sorgfältigen Behandlung kann sie zwar wirksam aufgehalten werden, im Anschluss daran sind jedoch Ihre sorgfältige Mundhygiene und eine intensive zahnärztliche Nachsorge mit regelmäßigen Kontrollen sowie professionellen Zahnreinigungen unbedingt notwendig.

Ist Parodontitis dasselbe wie Parodontose?

Nein, die Parodontitis (oder „Zahnbettentzündung“) ist eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates. Der Begriff Parodontose bezeichnet einen nicht-entzündlichen Rückgang des Zahnfleisches. Eine mögliche Ursache dafür ist eine erbliche Veranlagung. Zu starker Druck beim Zähneputzen bzw. zu harte und verschlissene Zahnbürsten verstärken in der Regel diesen Zahnfleischrückgang.