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Karies: Ursachen und Symptome

Als Karies wird die Zerstörung der Zahnsubstanz durch Bakterien, genauer gesagt, durch die von Bakterien erzeugte Säure, bezeichnet.

Zunächst ist die schützende Ummantelung der Zahnkrone, der Zahnschmelz, betroffen, ohne dass eine Läsion, das heißt eine ertastbare Schädigung (ein „Loch“ im Zahnschmelz) gespürt werden kann. Leitet man in diesem Stadium keine Gegenmaßnahmen ein, wie die Zufuhr von Fluorid oder eine Umstellung der Ernährung auf zuckerarme Speisen und Getränke, kann die Karies weiter fortschreiten und sich auch in tiefer liegenden Schichten im Zahnschmelz und im Zahnbein (Dentin) ausbreiten. Diese kariöse Zahnsubstanz muss dann entfernt und die betreffende Stelle mit einer Füllung versehen bzw., wenn größere Teile geschädigt sind, der Zahn mit einer künstlichen Krone neu aufgebaut werden.

Bleibt die Karies unbehandelt und schafft sie es, sich bis ins Innerste des Zahnes (das Zahnmark oder „Pulpa“) auszudehnen, kann zum Beispiel eine Wurzelkanalbehandlung nötig werden oder es kommt sogar zum Verlust des Zahnes. Ebenso kann es bei einer unbehandelten Karies zu Entzündungen oder Vereiterungen in der Kieferhöhle kommen.

Vorbeugend gegen eine Karies wirken eine gründliche Zahnpflege, regelmäßige Kontrolluntersuchungen, eine zahngesunde Ernährung sowie weitere Prophylaxemaßnahmen wie die Fluoridierung. Dabei kann eine beginnende Karies früh erkannt und behandelt werden. Eine sinnvolle Ergänzung dieser Vorsorgemaßnahmen stellt die professionelle Zahnreinigung (PZR) in der Zahnarztpraxis dar.

Karies ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten und die mit am weitesten verbreitete Erkrankung der Zähne. Obwohl die Zahl der Karieserkrankungen leicht zurückgeht, sind in den Industrieländern dennoch über 95 Prozent der Menschen von Karies betroffen.

Bei uns und anderen Industrieländern wird sie mittlerweile jedoch von der Parodontitis auf den zweiten Rang verwiesen. Insgesamt ist die Karies eine Erkrankung, bei der mehrere Faktoren für die Entstehung zusammenwirken müssen; fällt ein Faktor weg, kann keine Karies entstehen. Eine bedeutende Ursache für die Entstehung sind die heutigen Ernährungsgewohnheiten in den Industrieländern. Diese haben sich durch den steigenden Wohlstand seit dem Zweiten Weltkrieg stark verändert: Wir nehmen wesentlich mehr Zucker zu uns als noch unsere Großeltern.

Wie kommt es zu einer Karies?

Karies zerstört die harte Zahnsubstanz. Dazu gehören der Zahnschmelz (die Ummantelung der Zahnkrone), das Zahnbein (auch „Dentin“), das die Hauptmasse des Zahnes darstellt und der Zahnzement, der die Zahnwurzel überzieht.

Bakterien, die in (unterschiedlicher Anzahl) in der Mundhöhle jedes Menschen vorhanden sind, nutzen Kohlenhydrate wie Zucker, Traubenzucker, Fruchtzucker oder Stärke (in Mehl, Brot und Gebäck) als Nahrungsquelle und erzeugen bei deren Abbau Säure. Diese Säuren führen zu einem Mineralstoffverlust des Zahns und können ihn beschädigen. Dabei greifen sie zunächst den sehr harten Zahnschmelz an, der zum Großteil aus Mineralien besteht und als äußerste Schicht die Zahnkrone überzieht. Die Säure löst die Mineralien aus dem Zahn heraus – die Zahnsubstanz wird infolge der Karies regelrecht zersetzt.

Wenn die Zahnschmelzschicht erst einmal durchbrochen wurde, kann die Karies schließlich in das darunter liegende Dentin (das Zahnbein) eindringen. Weil dieses nicht so stabil wie Zahnschmelz ist und die Dentinkanälchen ideale „Schlupflöcher“ darstellen, verläuft die Schädigung dort sogar leichter und schneller.

Plaque als Nährboden für Karies

Zahnbelag (auch „Plaque“) bildet einen guten Nährboden für Karies. Dieser Belag, bestehend aus Essensresten, Speichelbestandteilen und Bakterienzellen, legt sich wie ein Film über die Zähne. Wird er nicht in kurzen Zeitabständen entfernt, können sich die enthaltenen Bakterien schnell vermehren und den Zahn angreifen. Entfernt man die Plaque, zerstört man gleichzeitig die Voraussetzung für die stoffwechselbedingte Säurebildung der Bakterien.

Während frühe Stadien der Karies oft ohne Beschwerden verlaufen, führt eine fortgeschrittene Karies meist zu starken Zahnschmerzen: Das ist darauf zurückzuführen, dass das unter dem Schmelz liegende Zahnbein (Dentin) von kleinen Kanälchen durchzogen ist, die die Ausläufer von schmerzempfindlichen Nervenfasern enthalten. Der Hauptteil des Nervengewebes befindet sich jedoch im innersten Teil des Zahnes, dem Zahnmark (auch Pulpa). Umgangssprachlich wird dieses auch als „Nerv“ bezeichnet, obwohl dieser Bereich zum Beispiel auch Blutgefäße beinhaltet. Ist das Zahnmark selbst von Karies betroffen, sind meist größere Schmerzen die Folge und der Zahn ist insgesamt gefährdet. In dieser Phase hilft oft nur noch eine Wurzelkanalbehandlung zum Erhalt des Zahnes.

Der menschliche Körper kann neue Zahnbeinsubstanz bilden

Der menschliche Körper ist zwar in der Lage, Zahnbeinsubstanz (Dentin) neu zu bilden. Allerdings ist die Struktur dieses so genannten Tertiärdentins schwächer und weniger widerstandsfähig als das ursprüngliche Dentin. Außerdem geschieht diese nachträgliche Neubildung relativ langsam. Die Schutzfunktion dieses Tertiärdentins ist also durch das weitere Voranschreiten der Karies ohne Ursachenbeseitigung und ohne Behandlung sehr eingeschränkt. Der Zahnschmelz hingegen kann vom Körper nicht wieder ersetzt werden, wenn er erst einmal verloren gegangen ist.

Daher muss ein Defekt in diesen beiden Zahnschichten beseitigt und der betroffene Zahn durch geeignete Maßnahmen, beispielsweise eine Füllung, restauriert werden.

Was sind die Ursachen von Karies?

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass einzig und allein der Verzehr von Zucker zur Entstehung von Karies führt. Zucker ist die Hauptursache: Er begünstigt einen Ausbruch der Krankheit, weil er die Nahrung für Bakterien liefert; dennoch ist Süßes nicht allein verantwortlich für das „Loch im Zahn“.

1. Faktor: Infektion

Karies ist eine Infektionskrankheit. Vor der Entstehung eines Defekts im Zahn findet eine Übertragung von Bakterien (vor allem der Art Streptococcus mutans) statt. Der Mensch ist nicht automatisch Träger dieser Bakterien, sondern infiziert sich im Laufe seines Lebens damit. Die Übertragung geschieht meist bereits im Säuglingsalter, wenn Eltern zum Beispiel den Schnuller oder den Löffel ihres Kindes ablecken. Die Bakterien gelangen auf diese Weise in die Mundhöhle des Nachwuchses.

Ganz vermeiden lässt sich die Übertragung von Kariesbakterien von den Eltern auf Ihre Kinder natürlich nicht. Eltern sollten allerdings auf ihre eigene Mundgesundheit achten, denn je weniger Kariesbakterien ihr Mundraum enthält, desto weniger werden an ihr Kind weitergegeben. Übrigens spielt wegen der Übertragung von Bakterien auch die Mundhygiene in Partnerschaften eine Rolle.

2. Faktor: Plaque

Hauptverantwortlich für den Ausbruch der Krankheit sind Speisereste, die Kohlenhydrate enthalten, sie bilden die „Nahrungsgrundlage“ der Kariesbakterien. Es kommt allerdings nur dann zur Schädigung der Zahnsubstanz, wenn die Bakterien über einen längeren Zeitraum mit abbaubaren Kohlenhydraten wie Zucker, Stärke oder Fruchtzucker in Berührung kommen. Die Speisereste überziehen mit den Bakterien und Speichelbestandteilen die Zähne mit einer Art „Film“, der Zahnbelag oder Plaque genannt wird. Plaque bietet einen hervorragenden Nährboden für Karies, da die Bakterien besonders gut in ihm leben können. Bei der Zersetzung der Nahrung durch Bakterien entstehen nun Säuren, die zu einem Mineralstoffverlust des Zahnschmelzes führen, ihn angreifen und teilweise zersetzen können.

3. Faktor: Die Zeit arbeitet für die Kariesbakterien

Der dritte entscheidende Faktor, der neben den Bakterien und Kohlenhydraten im Mundraum für die Entstehung von Karies verantwortlich ist, ist der Zeitraum, indem die Bakterien die Kohlenhydrate zersetzen. Je länger Speisereste im Mundraum verbleiben, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass dem Zahnschmelz die notwendigen Mineralien entzogen werden und er angegriffen wird. Werden hingegen die Speisereste nach der Nahrungsaufnahme vom Zahn entfernt (in erster Linie durch mindestens 2-mal tägliche Zahnpflege), so haben die Bakterien keine Möglichkeit, diese in Säuren umzusetzen.

Unser Speichel nimmt ebenfalls Einfluss

Darüber hinaus existieren weitere Nebenfaktoren, die den Ausbruch der Krankheit begünstigen. So spielt die Zusammensetzung des Speichels eine wichtige Rolle. Im Normalfall bietet er einen natürlichen Schutz vor Karies. Er weist einen pH-Wert (d. h. einen „Säuregrad“) von etwa 6,7 auf und ist damit neutral bis leicht sauer. Dies ist für die Zähne und die Mundschleimhaut ein optimaler Wert. Außerdem kann der Speichel die Säure verdünnen und damit quasi neutralisieren (man spricht hier von einer Art „Pufferwirkung“). Die Säurewirkung verschwindet teilweise nach kurzer Zeit also wie „von selbst“. Durch das Schlucken wird zudem noch etwas der im Mund vorhandenen Säure entfernt. Außerdem enthält Speichel Mineralstoffe, die für den Erhalt und die Härtung des Zahnschmelzes nützlich sind. Ist die Speichelmenge vermindert oder der Speichel nicht dünnflüssig genug, steigt die Wahrscheinlichkeit für Karies.

Sie können ihren Speichel bei seiner Wirkung noch unterstützen: Zuckerfreie Kaugummis sind eine gute Methode, den Speichelfluss anzuregen und durch diese Verdünnung den sauren pH-Wert nach dem Essen wieder auszugleichen. Die von Kariesbakterien produzierte Säure kann auf diese Weise teilweise unschädlich gemacht werden.

Insgesamt stellen diese positiven Eigenschaften des Speichels allerdings in der Regel keinen ausreichenden Schutz gegen Karies dar. Zahnform, Stellung und Struktur der Zähne spielen ebenso eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Karies. Fehlstellungen, „verschachtelte Zähne“ oder solche mit vielen Furchen und Fissuren auf der Zahnoberfläche bieten geeignete Angriffsflächen für Bakterien, da diese Stellen bei der Zahnreinigung schwerer zu erreichen sind und sich die Plaque ungestört über längere Zeit anlagern kann.

Obwohl genetische Faktoren ebenfalls eine Rolle spielen, kann die Entstehung einer Karies nicht ausschließlich auf die erbliche Veranlagung zurückgeführt werden. Zwar haben Untersuchungen ergeben, dass eine Kariesanfälligkeit bei Zwillingen recht ähnlich ist. Die tägliche Zahnreinigung sollte jedoch, auch bei einer guten Veranlagung, niemals vernachlässigt werden.

Symptome - Wie äußert sich Karies?

Eine Karies beginnt zunächst an der Zahnoberfläche, oftmals gerade in den Furchen, Rillen und Grübchen der Zähne (wie den Fissuren der Backenzähne) oder am Zahnfleischsaum zwischen benachbarten Zähnen. Sie entsteht an den Stellen, die man mit der Zahnbürste schlecht erreicht und sie deshalb meist nicht gründlich genug reinigt. Die Bakterien in der Mundhöhle setzen sich in dem entstandenen Zahnbelag des Zahns fest und die von ihnen produzierte Säure dringt in die Oberfläche des Zahnschmelzes ein.

In diesem Anfangsstadium verursacht Karies noch keine Schmerzen. Der Angriff durch die Bakteriensäure führt jedoch zu einer Entmineralisierung des Zahns, die sich zunächst in einem weißen Fleck auf der Zahnoberfläche, einem so genannten „white spot“, äußert. Im weiteren Verlauf der Erkrankung verfärbt sich der weiße Fleck durch Farbstoffeinlagerungen aus der Nahrung oft bräunlich (braune Flecke, „brown spots“). Dieses erste Stadium der Karies wird auch als Initialkaries bezeichnet und muss nicht zwangsweise behandelt werden. Karies hat in dieser Phase noch keine ertastbare Schädigung oder Vertiefung verursacht. Es reichen normalerweise Fluoridprodukte (Gels, Tabletten) und eine Ernährungsberatung in der Praxis aus, um dem Zahn die notwendigen Mineralien wieder zuzuführen bzw. die Schädigung zu stoppen.

Ist die Schmelzschicht im weiteren Verlauf durch eine erste Vertiefung geschädigt, spricht man von „Schmelzkaries“. Wenn die Schädigung noch tiefer eindringt und sich bis ins Zahnbein (Dentin) ausbreitet, nennt man dies „Dentinkaries“. In dieser Phase wird Karies meist zum ersten Mal von den Betroffenen bemerkt: Zahnschmerzen sowie empfindliche Reaktionen auf Heißes, Kaltes oder Süßes sind die spürbaren Anzeichen eines kariösen Zahns. Die Bakterien können im Zahnbein schneller weitere Bereiche des Zahns befallen, da diese Schicht wesentlich weicher als Zahnschmelz ist. Karies kann sich nun auch in die Breite ausdehnen und den Zahn „aushöhlen“. Oft fällt die Erkrankung Betroffenen erst in dieser Phase auf, da der bis dahin teilweise noch gesunde Zahnschmelz von „innen“ angegriffen wird und beim Kauen plötzlich aufbrechen kann.

Bleibt die Karies weiterhin unbehandelt, so kommt es zu einer Caries profunda (auch tiefe Zahnkaries genannt). Diese ist bereits in große und tiefer liegende Teile der Dentinschicht vorgedrungen. Von einer Caries penetrans (durchdringende Karies) spricht man, wenn Karies die Dentinschicht komplett durchdrungen und das Zahnmark (Pulpa) erreicht hat. Die Pulpa entzündet sich, was zu sehr starken Schmerzen führen kann. (Dort ist der Hauptanteil der Nervenfasern vorhanden.) Unbehandelt kann sich die Entzündung bis in den Kiefer ausbreiten. Der betroffene Zahn muss im Extremfall entfernt werden.

Um bereits die frühen Stadien der Karies zu erkennen, sollten Sie Ihre halbjährlichen Kontrolluntersuchungen wahrnehmen. Spätestens bei ersten von Ihnen selbst bemerkten Anzeichen von Karies müssen Sie umgehend die Zahnarztpraxis aufsuchen. Damit vermeiden Sie Schmerzen und weitere Schädigungen an Ihrem Zahn. Frühzeitig behandelt, kann das Voranschreiten der Karies in der Regel aufgehalten werden.

Diagnose - Wie wird Karies diagnostiziert?

Zunächst werden die Zähne mit Hilfe eines Spiegels und einer Zahnsonde gründlich auf sichtbare oder ertastbare Veränderungen untersucht. Haben die Bakterien bislang nur die äußere Schmelzschicht angegriffen, so erkennt man durch den Mineralverlust hervorgerufene kreidig weiße Veränderungen auf der Zahnoberfläche („white spots"). Diese können sich braun verfärben („brown spots“).

Besteht der Verdacht auf eine tiefer liegende Karies, so wird in der Regel ein Röntgenbild des betreffenden Zahnes angefertigt. Eine solche Kariesschädigung ist in der Aufnahme als dunkler Bereich erkennbar.

Eine mögliche neue Methode in der Kariesfrüherkennung ist die Diagnose mit dem Laser, die bislang jedoch selten angewendet wird. Die Laserstrahlen dringen – für sie als Patienten nicht spürbar – etwa einen Millimeter tief in die Zahnoberfläche ein. Da Bakterien und ihre Abbauprodukte unter dem Laserlicht „fluoreszieren“ (das heißt in einem speziellen Licht farblich erkennbar sind), sind diese Bereiche vom gesunden Zahnschmelz und dem Zahnbein deutlich zu unterscheiden, eine Karies wird schnell erkannt. Ein versteckter Karies-Defekt oder anfängliche Schmelz-Schädigungen lassen sich mit Hilfe der Laser-Technik ebenfalls schnell sichtbar machen.

Eine weitere Methode zur Diagnostik vor allem für Karies zwischen zwei Zähnen kann die sog. Fiberoptiktransillumination (FOTI) sein. Dabei wird der Zahn mit Kaltlicht beleuchtet und entmineralisierte bzw. kariöse Bereiche werden dargestellt. (Kaltlicht ist Licht mit hoher Intensität, jedoch ohne die störende Hitzeentwicklung einer normalen Lichtquelle.)

Ob und wann man an einer Karies erkrankt, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Um bereits im Vorfeld herauszufinden, wie hoch Ihr individuelles Risiko ist, kann ein so genannter Speicheltest, auch Kariesrisikotest, durchgeführt werden. Dabei wird die Speichelflüssigkeit auf Ihre Zusammensetzung untersucht und daraufhin, ob sie ihre Schutzfunktionen erfüllen kann.

Darüber hinaus wird die Anzahl der Bakterien im Mundraum festgestellt. Ihre Speichelprobe wird im Labor untersucht, anschließend kann ihr Risiko eingeschätzt werden. Nach dem Speichelbefund erfolgt eine persönliche Beratung, und es können gegebenenfalls Maßnahmen eingeleitet werden, um Karies erst gar nicht entstehen zu lassen. Wenn Sie sich persönlich über den Speicheltest informieren möchten, beraten wir Sie jederzeit gern in unserer Praxis.

Behandlung - Wie wird Karies behandelt?

Im Anfangsstadium der Karies (Initialkaries), also dann, wenn noch kein spürbares Loch entstanden ist, reicht in der Regel eine Zufuhr von Mineralien aus. Diese werden in den Schmelz aufgenommen, man spricht von einer Remineralisation.

Besonders ist hier das Mineral Fluorid zu nennen: Es wird in den Zahnschmelz eingebaut, härtet ihn und macht ihn widerstandsfähiger gegen Karies. Fluorid lässt sich durch Fluorid-Gel oder über fluoridhaltige Zahnpasten (die üblichste Methode) aufnehmen.

Sobald die Schädigung die tiefere Schmelzschicht oder das darunter liegende Zahnbein ("Dentin") erreicht hat, kann sie nicht mehr durch solche Maßnahmen "ausheilen". Die kariöse Zahnsubstanz muss entfernt werden, wozu es verschiedene Möglichkeiten gibt. Zumeist geschieht dies mit einem Bohrer (streng genommen bohrt dieser nicht, sondern „fräst“ bzw. schleift).

Je nach Größe und Lage der geschädigten Zahnsubstanz kommen zum anschließenden Auffüllen des „Loches“ unterschiedliche Versorgungsformen in Frage: Plastische Füllungen, die direkt in den Zahn eingefüllt werden, Inlays (Einlagefüllungen) oder Onlays. Wenn bereits große Teile der natürlichen Zahnkrone verlorengegangen sind, ist es meist notwendig, den Zahn mit einer künstlichen Zahnkrone bzw. Teilkrone zu versehen.

Unabhängig von diesen Formen gibt es verschiedene Materialien zur Reparatur von Zähnen, die sich in ihren funktionalen Eigenschaften, in Qualität, Optik und Aufwand unterscheiden. Die gängigsten sind Amalgam, Kompomere, Komposite, Gold und Keramik. Welche Füllung zur Instandsetzung Ihres Zahnes am besten geeignet ist und Ihren Vorstellungen entspricht, klären wir gemeinsam in unserer Praxis.

Nachdem die Füllung eingefügt wurde, wird mit Blau- oder Kontaktpapier überprüft, ob die Okklusion stimmt, das heißt, ob die aufeinander beißenden Zähne gut zueinander passen. Ist die Füllung funktional noch nicht einwandfrei, wird durch Beschleifen ein guter Biss hergestellt. Abschließend wird die Füllung poliert.

Bei einer weit fortgeschrittenen und tiefen Karies kann das im Inneren liegende Zahnmark entzündet sein. In diesem Fall wird eine Wurzelkanalbehandlung notwendig. Noch vor wenigen Jahren mussten Zähne, deren Zahnmark entzündet war, entfernt werden. Heutzutage ist es oft möglich, derartig erkrankte Zähne durch diese Behandlung zu erhalten.

Mehr Informationen:

Prognose - Wie ist die Prognose von Karies?

Die Prognose hängt davon ab, in welchem Stadium die Erkrankung erkannt und mit der Behandlung begonnen wird.

Sind nur weiße oder bräunlliche Flecken zu erkennen (Initialkaries), so kann die Aufnahme von Fluorid ausreichen, um eine Remineralisierung des Zahns zu erwirken und die weitere Ausbreitung der Karies zu verhindern. Wenn die Bakterien in den Zahnschmelz oder durch den Zahnschmelz hindurch in den Dentinbereich vorgedrungen sind, muss der kariöse Bereich des Zahns entfernt werden.

Durch eine Füllung aus Amalgam oder Komposit bzw. ein Inlay aus Keramik oder Gold. wird der Zahn wieder hergestellt und kann seine Funktionen vollständig erfüllen. Wenn das Innere des Zahnes, das Zahnmark, bereits entzündet ist, muss eine Wurzelkanalbehandlung durchgeführt werden. Die Zähne enthalten danach kein Zahnmark und daher auch keine Nervenfasern mehr und können nicht mehr auf Außenreize reagieren. In der Regel heilt die Entzündung vollständig aus und Ihr Zahn kann noch lange erhalten bleiben.

Karies kann immer wieder auftreten, wenn die Krankheitserreger, vor allem Streptococcus mutans und Laktobazillen über einen längeren Zeitraum im Mundraum mit zucker- bzw. kohlenhydratehaltigen Speiseresten zusammenwirken (siehe auch „Ursachen von Karies“). Sie ist jedoch relativ einfach zu verhindern, wenn man sich an gewisse Regeln hält.

Vorsorge - Wie kann man vorsorgen?

Die wichtigsten Maßnahmen, um Karies vorzubeugen, sind Ihre tägliche Zahnpflege, regelmäßige Kontrollbesuche in der Zahnarztpraxis, eine zahngesunde Ernährung und die Zufuhr von Fluoriden.

Damit kann das Karies-Risiko deutlich eingeschränkt und in vielen Fällen eine Erkrankung verhindert werden. Eine sinnvolle Ergänzung dieser Vorsorgemaßnahmen stellt die professionelle Zahnreinigung (PZR) in der Zahnarztpraxis dar.

Tägliche Mundhygiene

Mindestens zweimal täglich, morgen und abends, sollten die Zähne mit der Zahnbürste geputzt werden. Zusätzlich wird Zahnseide zur gründlicheren Reinigung der Zahnzwischenräume empfohlen, bei großen Zahnzwischenräumen ist eine Zahnzwischenraumbürste manchmal besser geeignet.

Kaugummi

Als sinnvolle, prophylaktische Maßnahme gilt zusätzlich das Kauen von zuckerfreiem (!) Kaugummi. Es regt den Speichelfluss an, neutralisiert die Säure im Mund, die sich nach der Nahrungsaufnahme gebildet hat.

Die professionelle Zahnreinigung

Die professionelle Zahnreinigung (PZR) in der Zahnarztpraxis ist eine sinnvolle Vorsorgemaßnahnme, weil dabei Zahnbeläge gründlicher als es bei der häuslichen Zahnpflege möglich ist, entfernt werden und die Zähne mit einem Fluoridgel gegen weitere bakterielle Angriffe gewappnet werden.

Ernährung

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist gleichzeitig das Geheimnis gesunder Zähne. Obst und Gemüse enthalten Mineralien und Vitamine, die die Zähne schützen. Insbesondere so genannte einfache Kohlenhydrate, wie sie in Süßigkeiten, Chips, Eis oder zuckerhaltigen Getränken vorkommen, schädigen die Zähne. Dabei müssen Sie nicht gänzlich auf die Aufnahme von Zucker zu verzichten. Sie sollten die Menge, Häufigkeit und Dauer einschränken.

Besser ist es beispielsweise, wenn Süßigkeiten direkt und einmalig nach einer Hauptmahlzeit gegessen und nicht ständig zwischendurch genascht werden. Das gibt den Bakterien weniger Gelegenheit, sich auszubreiten. Außerdem ermöglicht es dem Speichel, seine natürliche Puffer-Funktion auszuüben, also das saure Milieu im Mund nach dem Essen von Süßigkeiten wieder neutralisieren. Kleinkinder sollten generell keine zuckhaltigen Getränke zum „Dauernuckeln“ bekommen. Ebenso ist ein süßes „Betthupferl“ Gift für die Zähne.

Fluoridzufuhr

Zu einer gesunden Ernährungsweise und gründlicher Zahnpflege ist es wichtig, ergänzend Fluoride aufzunehmen. Es macht den Zahnschmelz widerstandsfähiger, wodurch den Säuren der Bakterien das Eindringen in den Zahn erschwert wird. Dieses Mineral können Sie über fluoridhaltige Zahnpflegeprodukte, wie Zahnpasta, Spüllösungen oder spezielle Gelees aufnehmen. Die Aufnahme von Fluorid lässt sich außerdem mit der richtigen Ernährung kombinieren. Schon durch den regelmäßigen Konsum von Vollkornprodukten, grünem und schwarzem Tee, Mineralwasser und fluoridiertem Speisesalz können Sie die notwendige Versorgung sicherstellen. Eltern können für Ihre Kinder schon relativ früh mit Fluoriden in Tablettenform vorsorgen, dies sollte aber nur in Absprache mit unserer Praxis geschehen.

Fissurenversiegelung

Eine Versiegelung der Fissuren, also der feinen Rillen und Kerben in den Kauflächen der Backenzähne, kann bei Milchzähnen wie auch bei bleibenden Zähnen durchgeführt und das Karies-Risiko auf diese Weise um ein Vielfaches gesenkt werden.

Häufig gestellte Fragen zur Karies - FAQs:

Erkennt man Karies mit dem bloßen Auge?

Karies im Anfangsstadium äußert sich durch einen kreidigen, hellen Fleck auf dem Zahnschmelz, dem so genannten „white spot“. In einer späteren Phase treten eher braune Flecke auf. Weiße oder braune Flecken können Sie bei genauer Betrachtung oft schon mit bloßem Auge erkennen. Allerdings lässt das Fehlen solcher farblichen Veränderungen nicht den Schluss zu, dass keine Karies vorhanden ist.

Karies kann auch unter einer Krone entstehen oder über einen Riss im Schmelz in den Zahn eindringen, ohne dass dies an der Zahnoberfläche erkennbar ist („versteckte Karies“). Daher sind Ihre halbjährlichen Kontrolltermine in der Zahnarztpraxis eine unerlässliche Vorsorgemaßnahme.

Wann verursacht Karies Schmerzen?

Eine Karies beginnt meist unbemerkt, da man bei Befall der äußersten Schicht der Zahnkrone, dem Zahnschmelz, keine Schmerzen verspürt. Ist die Grenze vom Zahnschmelz zum darunter liegenden Zahnbein überschritten, treten in der Regel Schmerzen bei Süßem, Heißem oder Kaltem auf.

Mit der Tiefe des Defektes steigt die Empfindlichkeit des Zahns. Ist das Zahnmark betroffen, kommt es zu einem bohrenden und dumpfen Dauerschmerz. Achtung: Hat man diese Schmerzphasen ohne Zahnarztbesuch überstanden, kann der Schmerz wieder aufhören, da der Nerv durch die bakterielle Einwirkung absterben kann. Der Entzündungsprozess geht allerdings weiter. Deshalb sollten Sie erste Schmerzen oder empfindliche Reaktionen ernst nehmen. Kommen sie auf jeden Fall in unsere Praxis!

Gibt es eine Kariesimpfung?

Eine Impfung gegen Karies ist vor allem deshalb noch nicht möglich, weil Karies von mehreren Bakterienarten hervorgerufen wird und daher ein Breitbandantibiotikum notwendig wäre. Dieses würde die Bakterienflora im Mund nachhaltig stören.

Allerdings kann man mit Hilfe eines Mineralstoffs vorbeugen, der erwiesenermaßen gegen Karies schützt: Fluorid. Es wird in den Zahnschmelz aufgenommen, stärkt ihn und macht ihn widerstandsfähiger gegen Karies. Sie können es über fluoridhaltiges Salz und bestimmte Nahrungsmittel aufnehmen bzw. ihren Zähnen über Zahnpasta oder Fluoridgele zuführen (siehe dazu den Abschnitt Vorbeugung). Eine entsprechende Vorsorgemaßnahme in der Zahnarztpraxis ist die Fluoridierung.