Natürlich schöne Zähne.
Natürlich von Dr. Kraus & Kollegen.
Knochenaufbau
Längere Zeit zahnlose Kieferabschnitte und Zahnbetterkrankungen wie Parodontitis führen sehr häufig zu einer Verringerung des ursprünglich vorhandenen Knochenvolumens.
Um Implantate sicher zu verankern, kann ein Neuaufbau des verlorenen Knochens erforderlich werden. Dafür gibt es heute mehrere erfolgreiche Methoden.
Piezo-Surgery – für minimalinvasive, schonende Eingriffe
Dieses ultraschallgestützte chirurgische Verfahren zur Bearbeitung von Knochensubstanz wird in der Vorbereitung einer Implantation, bei Knochenaufbaumethoden wie dem Sinuslift oder bei oralchirurgischen Eingriffen wie der Wurzelspitzenresektion angewendet. Mit dieser Technik können diese Behandlungen schonender und sicherer durchgeführt werden.
Das Prinzip:
Dieses Ultraschallinstrument arbeitet mit einer modulierten, genau definierten Ultraschallfrequenz, die nur Hartgewebe, also Knochensubstanz, bearbeitet. Damit steht ein „intelligentes“ Skalpell zur Verfügung, das Weichgewebe – zum Beispiel Nervenstränge, Zahnfleisch oder die Kieferhöhlenschleimhaut – schont. Diese Bereiche sind von dem Eingriff also nicht betroffen. Ihr Vorteil: ein kleinerer Wundbereich, schnellere Wundheilung und eine insgesamt angenehmere Behandlung.
Mehr Informationen zu den Einsatzmöglichkeiten der Piezo-Surger:
Sinuslift – für Implantate im seitlichen Oberkiefer (Bereich Implantologie)
Wurzelspitzenresektion (Bereich Oralchirurgie)
Was ist ein Knochenaufbau?
In der Zahnmedizin versteht man unter Knochenaufbau Methoden, mit denen eine Schwachstelle im Kieferbereich durch gut verträgliche Materialien aufgefüllt wird. Dadurch wird der Körper angeregt, neue eigene Knochensubstanz zu bilden, die in dieses Material hineinwächst und es nach und nach ersetzt. Fehlender Knochen wird also wieder aufgebaut.
Knochenaufbau mit Bio-Oss®
Der Aufbau neuen Knochens um Zähne und Implantate gelingt heute unter bestimmten Voraussetzungen sehr zuverlässig. Als Aufbaumaterial kann körpereigener Knochen und/oder pharmazeutische hergestelltes Knochenersatzmaterial zuverlässig eingesetzt werden.
Wir verwenden heute überwiegend das wissenschaftlich bestens dokumentierte Bio-Oss®. Sorgfältig mit einer Membran abgedeckt, wird dort innerhalb weniger Monate neuer Knochen gebildet. Die Membran bildet dabei eine Art schützendes „Zelt“. Bio-Oss® wird aus der Natur gewonnen und zeichnet sich durch weitgehend gleiche chemische und physikalische Eigenschaften aus, wie der mineralische Anteil des menschlichen Knochens.
Vor allem weist Bio-Oss® dasselbe Porensystem auf: Deshalb können Blutgefässe und eigene Knochenzellen leicht einwachsen.
Phasen des Aufbaus
- Phase 1: Bio-Oss® kann entweder als extrem feinkörniges Granulat oder als kleiner Block in den defekten Knochen eingebracht werden. Dank seiner feinen Poren stillt es eine auftretende Blutung wirkungsvoll.
Meist wird Bio-Oss® mit einer Membran aus Kollagen (Bio-Gide®) abgedeckt. Diese dient als Schutzbarriere, die das Einwachsen von Bindegewebe verhindert und dadurch eine ungestörte Regeneration des Knochens ermöglicht. - Phase 2: Schon nach kurzer Zeit setzt dank der natürlichen Struktur von Bio-Oss® der Heilungsprozess ein. In die Poren wachsen rasch neue Blutgefässe ein. Und an den Granulatpartikeln von Bio-Oss® setzen sich neu gebildete körpereigene Knochenzellen fest. Das Ersatzmaterial dient so als Leitschiene für den Wiederaufbau des Kieferknochens.
- Phase 3: Bereits nach sechs Monaten sind die Partikel von Bio-Oss® in die nachgewachsene Knochenstruktur integriert. Dann wird Bio-Oss® in den normalen Umbauprozess des Knochens einbezogen und langsam abgebaut. Die Membran Bio-Gide® wird innerhalb von sechs bis neun Monaten aufgelöst.
Knochenaufbau und sofortige Implantation
Wenn nur ein kleiner Knochendefekt besteht, kann das Implantat in einem Vorgang mit dem Knochenaufbau eingesetzt werden.
Die Stelle, an der der eigene Knochen das Implantat nicht ausreichend umschließt, wird dabei mit dem Knochengranulat aufgefüllt und mit einer Kollagenmembran abgedeckt, die der Körper nach und nach abbaut.
Sobald das Implantat eingeheilt und der Knochen belastbar ist, können das Verbindungsstück und die Zahnkrone eingesetzt werden. Dies kann je nach Patientensituation zwischen drei und sechs Monaten dauern.
Knochenaufbau und spätere Implantation
Wenn ein größerer Teil an Knochensubstanz fehlt, wird zunächst der Kieferknochen wieder aufgebaut und das Implantat später eingefügt. Das Ersatzmaterial wird dabei an der entsprechenden Stelle eingebracht und mit einer Kollagenmembran abgedeckt. Nach etwa sechs bis neun Monaten hat sich der Knochen regeneriert und die künstliche Zahnwurzel, das Implantat, kann eingesetzt werden. Nach insgesamt neun bis zwölf Monaten ist die neue Zahnwurzel ganz normal belastbar.
Dieses Verfahren wird auch angewendet, wenn nach dem Entfernen eines Zahnes eine spätere Implantation geplant ist und dafür Knochensubstanz neu aufgebaut werden muss.
Gibt es Alternativen zum Knochenaufbau?
Wenn wenig eigene Knochensubstanz vorhanden ist, diese aber sehr stabil ist, kann in manchen Fällen ein kleineres Implantat eingesetzt werden.
Es gibt jedoch keine „richtige“ Alternative zum Knochenaufbau: Wenn die vorhandene Knochensubstanz nicht ausreichend ist, kann kein Implantat eingefügt werden. Die künstliche Zahnwurzel hätte nicht genügend Halt im Kiefer. In diesem Fall käme nur eine andere prothetische Lösung als ein Implantat in Frage.
